Instagram & Co

Früher war es vielleicht leichter, ungewollt kinderlos zu sein. Man hat nicht überall in den sozialen Netzwerken die glücklichen Gesichter der Mamis (manchmal auch Papis) gesehen, Babys mit Meilensteinkarten in der Hand, Happy-Mom-Hashtags hier und bepinselte Babybäuche da.
Früher wurden die Wunden vielleicht nur aufgerissen, wenn man sich persönlich getroffen hat – und solche Treffen konnte man bei Bedarf ja einfach meiden.
Jetzt ist es schwieriger. Man sieht Verlinkungen bei Facebook, stalked die Leute ein bisschen und schon sieht man diese Fotos, die einen fast brechen lassen: Babyschuh auf Babybauch, kennste, oder?
Und dann hat man Geburtstag. Das ist ja fast schon das Highlight, gefolgt von Weihnachten. Da gratulieren dann nicht mehr die Freunde, sondern die Babys. Und das, obwohl sie noch gar nicht sprechen können. Dafür halten sie dann die Glückwunschkarte oder Blumen in der Hand. Oder eben die Weihnachtskarte mit der Zipfelmütze auf dem Kopf. Yeah.
Ich bin gemein, ich weiß. Aber das ist nur wieder Selbstschutz und Neid.
Grund dafür ist ein Fotokommentar auf Instagram. Goldig geschrieben. Quillt überall über vor Glück und Stolz und Freunde. Es steckt so viel Liebe drin, dass es einem die Tränen in die Augen drückt. Noch während des Lesens schnürt es mir alles zu. Ich würde auch gern sowas schreiben. Auch gern so über mein Kind sprechen, über meine Dankbarkeit und meine Glückseligkeit. Über die Tatsache, dass wir unser Glück gefunden haben und auch eine Familie sind.
Eigentlich könnte ich den Beitrag ja liken, ist ja von einer Freundin.
Ich kann aber nicht.

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2 Gedanken zu “Instagram & Co

  1. Frau Einstrich schreibt:

    Du Liebe, das verstehe ich gut. Ich habe dieses Phänomen in der Kinderwunschzeit gehasst – aus verschiedensten Gründen. Versuch es weitmöglich zu ignorieren und halte durch. Irgendwann postest du auch solche Bilder! Viel Glück für euren Versuch…🐞🍀🐞🍀

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  2. Nora schreibt:

    Oh ja, tolles Thema. Mein letzter Geburtstag war 2 Wochen nach einer Ausschabung. Es fiel mir so schon schwer genug, meinen Gebuetstag zu „feiern“. Mir wurden dann mehrere Geburtstagsgrüße von Kleinkindern per Videobotschaft übermittelt. Dabei wussten die Eltern jeweils von dem Kinderwunsch und den Fehlgeburten Bescheid. Auch, dass die letzte FG gerade 2Wochen her ist.
    Es muss für Eltern unglaublich schwer sein zu verstehen, dass nicht jeder dieses absolute Wunder unter die Nase gerieben haben möchte.

    Ich hab mich übrigens nicht bei den Freunden für die Glückwünsche bedankt. Ist auch nicht richtig, aber so sehr konnte ich mich nicht verbiegen :/

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